KÄFIG UND EINRICHTUNG

Bei der Haltung von Degus muss vor allem im Hinblick auf den Käfig, dessen Größe und Einrichtung einiges beachtet werden. Nachfolgend habe ich Euch die wichtigsten Punkte aufgelistet.


KÄFIGGRÖSSE

Eines der wichtigsten Kriterien bei der Auswahl eines geeigneten Käfigs ist die Größe. Degus legen in freier Wildbahn meist mehrere Kilometer pro Tag auf der Suche nach Nahrung zurück. Deshalb ist ein ausreichend großer Käfig mit vielen Beschäftigungs- und vor allem Bewegungsmöglichkeiten ein ausschlaggebendes Kriterium für die artgerechte Haltung.

 

Gemäß der tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz sollte ein Käfig für 2 Degus die Mindestmaße 100 x 50 x 100 cm (LxBxH) nicht unterschreiten. Da Degus auf keinen Fall alleine gehalten werden sollten, stellt dies das absolute Minimum dar. Generell gilt für den Degukäfig: Je größer, desto besser. 

 

Um herauszufinden, für wie viele Degus ein Käfig ausreichend ist, müssen lediglich dessen Maße im Degu-Käfigrechner eingegeben werden. Vorsicht: Der Boden des Käfigs zählt nicht zu den Ebenen. Hier sind nur diejenigen Volletagen gemeint, die zusätzlich zum Boden im Käfig vorhanden sind. Volletagen, also Ebenen über die gesamte Grundfläche des Käfigs, sind übrigens eine prima Möglichkeit, die Lauffläche Eurer Lieblinge zu vergrößern und so den Platz im Käfig optimal auszunutzen. Dabei sollte der Abstand zwischen den Etagen mindestens 30 bis etwa 50 cm betragen. Auf diese Weise wird auch die Fallhöhe - und somit das Verletzungsrisiko durch einen Absturz  - verringert.

 

WICHTIG: Achtet bei der Wahl des Käfigs vor allem auf eine ausreichende Grundfläche und die Vermeidung von Fallhöhen! 

 


STANDORT

Der ideale Standort für den Degukäfig ist in einem hellen, rauch- und zugfreien Zimmer. Dabei sollte der Käfig nicht direkt vor einer Heizung oder dauerhaft in der prallen Sonne stehen. Die direkte Sonneneinstrahlung ist für einen begrenzten Zeitraum pro Tag (z. B. in den Morgen- oder Abendstunden) dann in Ordnung, wenn nicht mehr als die Hälfte des Käfigs betroffen ist. Degus mögen die wohlige Wärme und liegen auch gerne in der Sonne, sollten allerdings jederzeit die Möglichkeit haben, in einen kühleren Bereich des Käfigs auszuweichen. Gerade im Sommer muss hierauf besonders geachtet werden, da andernfalls ein Hitzschlag infolge eines überhitzten Käfigs droht.

 


EINSTREU

Für das Einstreu stehen einige Möglichkeiten zur Auswahl. Ich selbst versuche dabei, meine Etagen so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten und verwende hierfür verschiedene Arten von Einstreu bzw. Überstreu.

 

Geeignetes Einstreu:

  • Hanfstreu
  • Leinenstroh
  • Flachseinstreu
  • Buchenholzgranulat mittel / grob
  • Rindenstreu

Bei dem Rindenstreu sollte darauf geachtet werden, dass möglichst wenige Nadelhölzer und vor allem Zapfen darin vorkommen. Was ich hier bewusst nicht mit aufgelistet habe, ist das Einstreu aus Weichholzspänen, da dieses sehr staubig und daher für Degu sowie Mensch eher weniger geeignet ist.

 

Da sich der Degu-Unterschlupf in freier Wildbahn in unterirdischen Höhlen befindet und Degus dementsprechend gerne buddeln, kann im Gehege eine "Buddeletage" eingerichtet werden. Hierfür einfach verschiedene Streusorten, Heu und/oder Stroh (für die Festigung) übereinander schichten, bis eine Streuhöhe von etwa 20-30 cm erreicht ist. 


EINRICHTUNG

1. LAUFRAD

 

Ein Laufrad mit einem Mindestdurchmesser von 30 cm ist ein Muss in jedem Degukäfig. Ein kleinerer Durchmesser ist deshalb nicht ratsam, da dies bei häufigem Laufen zu Rückenproblemen der Degus infolge eines zu stark durchgebogenen Rückens führt.

 

Es kommt leider häufiger einmal vor, dass die kleinen Wusel ihr Holz-Laufrad "zum Fressen gern haben". Deshalb gibt es zum Holz-Laufrad mittlerweile einige Alternativen, wie z.B. Metall-Laufräder von der Laufradschmiede oder Tic Tac Wheels. Diese liegen preislich zwar etwas höher, aber deren Anschaffung lohnt sich dennoch, da sowohl Degu als auch Halter langfristig etwas davon haben.

 

Vorsicht: Bitte keine Laufräder mit Schereneffekt verwenden! Laufräder mit Schereneffekt besitzen eine diagonale Querstrebe, die bei schnellem Drehen des Laufrades ähnlich wie ein Messer funktioniert und auf- bzw. abspringende Degus dadurch schwer verletzen kann!

  

 

2. SANDBAD

 

Das Sandbad dient den Degus vorrangig zur Fellpflege, da diese - nicht wie andere Tierarten - sich nicht mit Wasser waschen bzw. generell niemals nass werden sollten. Daneben spielt es eine wichtige Rolle zur Bildung eines Gruppengeruchs (deshalb werden bei Vergesellschaftungen insbesondere die Sandbäder der beiden Parteien getauscht). Außerdem wird hier auch gerne mal das ein oder andere Leckerchen verbuddelt.

 

Als Sandbad können Schalen aus Glas, Keramik, Ton oder Holz verwendet werden, wobei Letzteres meist den Nagezähnchen zum Opfer fällt. Für die Reinigung des Sandbades empfiehlt es sich, den Sand mithilfe eines Siebes von Kot, Streu usw. zu trennen und - falls nötig - etwas frischen Sand nachzufüllen.

 

 

3. STEINE

 

Steine im Käfig führen zu einem natürlichen Krallenabrieb, sodass die Krallen der Degus im Normallfall nicht gekürzt werden müssen. Idealerweise sollten die Steine so im Käfig platziert werden, dass die Kleinen möglichst oft damit in Kontakt kommen (z. B. an Aufgängen zur nächsten Ebene). Besonders geeignet sind hierfür Schiefersteine oder -platten.

 

 

4. HÄUSCHEN

 

Im Degukäfig sollten ebenfalls verschiedene Häuschen und andere Versteckmöglichkeiten vorhanden sein. Da Degus auch Häuschen oft zum Fressen gern haben, bitte darauf achten, dass im Häuschen keinerlei Nägel oder sonstige Dinge verbaut sind, an denen die Kleinen sich verletzen könnten und die Eingänge groß genug (mind. 10 cm Durchmesser) sind.

 

 

5. SONSTIGES

 

Für eine möglichst abwechslungsreiche Gestaltung der Käfigeinrichtung, hier noch einige Beispiele:

  • Äste (Obstbäume, Birke usw.)
  • Korkröhren
  • Weinlagersteine
  • Toilettenpapier für den Nestbau (nicht parfümiert)

WICHTIG: Sowohl Käfig als auch Käfigeinrichtung sollten niemals aus Plastik bestehen! Plastik kann infolge von Verschlucken zu schweren Verletzungen bis hin zum Tod des Tieres führen und enthält außerdem giftige Schadstoffe!